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Heinebach - Ein Dorf mit Geschichte

(Quelle: Herr Manfred Eifert www.heinebach.de)

Die ersten Menschen, die sich in unserem Gebiet zumindest zeitweise niedergelassen haben, waren die Jäger der Altsteinzeit. Sie jagten im Gebiet der Fulda auf Mammut, Auerochse und Riesenhirsch. Vereinzelte Funde von Pfeilspitzen und Faustkeilen auf den Anhöhen um das Fuldatal deuten darauf hin.

 

Die Gründung von Heinebach erfolgte in der sogenannten 2. Siedlungsperiode zwischen 500 und 800 n. Chr. Die älteste urkundliche Erwähnung Heinebachs stammt aus dem Jahr 786. Im Brevarium St. Lulli, dem Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld sind Besitzungen in Heinebach, Braach, Lispenhausen, Bebra, Ulfen und in Breitingen erwähnt. Die Urkunde, die nur in einer Abschrift aus dem 12. Jahrhundert existiert, war lange umstritten, ist aber jetzt eindeutig auf das Jahr 786 datiert.

Eine weitere Urkunde stammt aus dem Jahr 1061, als der Abt von Fulda von dem edlen Irmfried und seinem Rucela ein Landgut in der Grafschaft Maden übergeben haben und dafür ein Gut des Klostergutes Morschen erhielten. Hierzu gehörte auch ein Gehöft in Heinebach. Nach dieser Urkunde feierte Heinebach 1961 seine 900-Jahrfeier und wird nun im Jahr 2011 keine 950 Jahrfeier sondern gleich 1225 Jahre feiern können

Spärlich sind die Quellen aus der Zeit vor der Reformation. 1216 taucht ein Ritter Rüdiger von Heinebach in einer Urkunde auf. Ein Pleban (Pfarrer) zu Heinebach, dessen Pfarrei zum Archipresbyteriat Braach gehörte, wird 1229 belegt.
Wo die Kirche des Dorfes zu jener Zeit stand, haben Ausgrabungen in Jahr 1974 auf dem Heineberg ergeben. Dort wurde eine Festungsanlage entdeckt, die auf den Zeitraum 760 – 910 n. Chr. datiert wurde. Im Rahmen der Ausgrabungen wurden auch die Grundmauern von 2 Kirchen entdeckt, die eine äußere Gesamtlänge von 13 bzw. 16 m und eine Breite von 7 m hatten. Aus einer Urkunde aus dem Jahr 1517 wissen wir, dass zu dieser Zeit die Kirche noch vorhanden war. Näheres ist auf der Website des Heimatvereins Heinebach darüber zu erfahren.Die jetzige Heinebacher Kirche im Ort wurde 1730 von Alex. Rossini im Régencestil erbaut. Sie hatte aber schon einen Vorgängerbau, über den nichts bekannt ist.

Im Jahr 1678 wird der erste Jude in Heinebach erwähnt. Er war ein sogenannter Schutzjude und hatte den Namen Jöstchen. Die Juden mussten wie überall in dieser Zeit Schutzgeld zahlen um im Ort wohnen zu dürfen. Die Spezialbeschreibung der Dorfschaft Heinebach aus dem Jahr 1766 berichtet, dass in Heinebach 1 jüdischer Geschirrkrämer und 2 Handelsjuden ansässig sind. Zwei davon hatten bereits eigene Häuser.
Im Jahr 1800 war die jüdische Gemeinde bereits so gross, dass sie einen eigenen Vorsänger, Benjamin Jaffa, aus Baumbach hatte. Eine eigene Synagoge entstand im Jahr 1843 in einem umgebauten Bauernhof.

Aus dem Jahr 1846 wird von einer grossen Zahl Ausländer berichtet, die zeitweise in Heinebach wohnten. Es waren belgische, italienische und nichthessische Arbeiter die die Eisenbahnline bauten
1855 lebten 11 jüdische Familien mit 67 Personen in Heinebach.
79 Heinebacher suchten in der Zeit von 1855-1885 eine neue Heimat in Amerika

 

1866 kam das Ende Kurhessens. Aus den Heinebachern wurden Preussen, die schon sehr bald wieder in einen Krieg verwickelt waren. Am Frankreichfeldzug 1870/71 nahmen 26 Soldaten aus Heinebach teil. Auch eine Anzahl jüdischer Mitbürger war unter ihnen. Alle kamen heil wieder nach Hause.Im Jahr 1901 wurde die Wasserleitung gebaut. Am 1. April 1902 gründete Conrad Viereck seinen Sägewerk- und Zimmereibetrieb. Dieser Betrieb feierte jetzt unter dem Namen Vollholz-Viereck das 100-jährige Betriebsjubiläum

 

Am 27. Oktober 1913 feierte Heinebach ein ganz besonderes Fest. Die neue Schule, in der sich auch heute noch die Lindenschule, die Grundschule der Gemeinde Alheim befindet, wurde eingeweiht.
Der 1. Weltkrieg forderte seine Opfer auch in Heinebach. 44 Männer sind gefallen oder vermisst.Kaum hatte sich Heinebach von den Kriegsfolgen erholt, folgte der 2. Weltkrieg mit noch mehr Opfern. Bei Kriegsende ergaben sich folgende Zahlen:
443 Kriegsteilnehmer einschliesslich der Evakuierten
50 gefallene Heinebacher,
28 Vermisste und
23 Heinebacher in Gefangenschaft.
Am Karfreitag 1945 erreichte die Front Heinebach. Nach einigen Missverständnissen und dem Gerücht in Heinebach läge ein 4-5000 Mann starker SS-Verband erfolgte die Beschiessung Heinebachs, bis dann am Ostermontag die amerikanischen Truppen in Heinebach einmarschierten.

 

Aber auch von diesem Krieg erholte sich Heinebach wieder. Das Vereinsleben kam wieder auf die Beine
1950 wurde der Heimat- und Wanderverein gegründet. Er war die Triebfeder des aufkeimenden Tourismus. 1956 waren erstmals 60 Urlauber in Heinebach, 1957 konnte man schon über 5000 Übernachtungen zählen. Die Berghütte des Heimat- und Wandervereins wurde zu einem beliebten Treffpunkt der Heinebacher und der Gäste.

Im Jahr 1961 feierte Heinebach die 900-Jahrfeier. Wirtschaftlich ging es in Heinebach immer weiter bergauf.

Im Jahr 1971 wird Heinebach eine "Gemeinde Europas". 125 Jahre nachdem die ersten Belgier am Bau der Bahnlinie beteiligt waren, verschwistert sich Heinebach mit der Gemeinde Pulle in Belgien.

Unter Bürgermeister Günter Klose stand zum 1. August 1972 die Gebietsreform an. Um nicht von Morschen geschluckt zu werden suchte sich Heinebach seine Partner im Kreis Rotenburg. Harte Verhandlungen erforderten viel Geschick und Diplomatie.

 

Zum 1. August 1972 ging die Gemeinde Heinebach in die Gemeinde Alheim mit ihren 10 Ortsteilen auf.
Nach dem Fall der Grenze zur DDR und der Öffnung Russlands hatte Heinebach einen erneuten starken Einwohnerzuwachs zu verzeichnen. Zahlreiche deutschstämmige Familien aus der Region Orenburg im Südural fanden in Heinebach eine neue Heimat. Die Einwohnerzahl von Heinebach stieg noch einmal um rund 500 Personen.

Im Oktober 2001 feierte Heinebach das 30-jährigen Jubiläum mit der Partnergemeinde Pulle. Im Rahmen der Partnerschaftsfeier wurde die längst überfällige Partnerschaft zwischen der Grossgemeinde Alheim und der Grossgemeinde Zandhoven, zu der Pulle gehört, besiegelt.